Kommunikation ist der Schlüssel! Präventive und intervenierende Maßnahmen zur Vorbeugung und Begegnung von Unterrichtsstörungen
Inhalt
Ziele
Inhaltliche ZieleDie Teilnehmenden
- sind sensibilisiert für kommunikative Störungen im Schulalltag und erlernen Kenntnisse und Methoden, diesen präventiv oder interventiv entgegenzutreten.
- entwickeln ein Handlungsrepertoire im Umgang mit Unterrichtsstörungen, indem sowohl inhaltlich als auch methodisch neue Impulse gesetzt werden, Störungen auf kommunikative Art entgegenzutreten.
- erproben in den Phasen zwischen den Präsenzveranstaltungen die theoretischen Inhalte in der eigenen Schule und tauschen die Erfahrungen in der nächsten Sitzung aus.
Durch diese Fortbildung werden auf unterrichtlicher Ebene folgende Kompetenzen angestrebt:
- Die Lehrkräfte können eine lernförderliche Unterrichtsatmosphäre gestalten, indem sie kommunikative Störungen frühzeitig erkennen und mit einem erweiterten Methodenrepertoire konstruktiv darauf reagieren.
- Die Lehrkräfte können Heterogenität in der Lerngruppe wahrnehmen und durch den Einsatz lerntypengerechter Methoden und individualisierter Ansprache die Unterrichtsqualität verbessern.
- Die Lehrkräfte können Beziehungen zu Schülerinnen und Schülern bewusst gestalten und durch Techniken wie Spiegeln, Utilisieren und zirkuläres Fragen eine vertrauensvolle und lernwirksame Lernumgebung fördern.
- Die Lehrkräfte können systemische Zusammenhänge in Klasse und Schule erkennen und diese für ein wirkungsvolles Classroom-Management und eine gezielte Beratung von Schülerinnen und Schülern nutzen.
Die einzelnen Module orientieren sich an den fünf Axiomen zur zwischenmenschlichen Kommunikation von P. Watzlawick und leiten aus diesen Konsequenzen und nützliche Ratschläge für die schulische Praxis ab. Neben der Theorie werden vor allem Methoden aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP), der Systemtheorie sowie der Transaktionsanalyse (TA) herangezogen sowie dem Facial Action Code System (FACS) nach P. Ekman, die als „Tools" direkt im Unterricht eingesetzt werden.
Formale Ziele
Für den Erhalt der Teilnahmebescheinigung ist eine Mindestanwesenheit von 80 Prozent an der Fortbildungsmaßnahme erforderlich.
Inhalt
Die einzelnen Module beinhalten folgende Schwerpunktthemen:MODUL 1
Körpersprache „Warum unsere Gesten mehr als tausend Worte sagen"
- Erster Eindruck – Ein Experiment und andere Fehler
- Begrüßung und Vorstellung der Referierenden
1. Phase: „Da haben wir uns wohl verschätzt" – Psychologische Beurteilungsfehler
- 1.1 Von Heiligen Scheinen und Albino Ratten (Halo-Effekt, Rosenthal-Effekt usw.)
- 1.2 Beurteilungsfehler in der Schule
2. Phase: Unterrichtsstörungen. „Hurra, ach ne … doch nicht!"
- 2.1 „Das kleine ABC des Nervens" – Formen von Unterrichtsstörungen
- 2.2 Gewalt an deutschen Schulen
3. Phase: „Ich sehe das, was du nicht siehst!" – Bedeutung der nonverbalen Kommunikation
- 3.1 Modalitäten der zwischenmenschlichen Kommunikation
- 3.2 „Wie stehe ich denn (vor meiner Klasse) da?" – Eine gute Frage!
- 3.3 Paul Ekman und die sieben Basisemotionen
- 3.4 Für den Werkzeug-Koffer: Kalibrieren, FACS
4. Phase: „Auch Lernen soll divers sein" – Lerntypen
- 4.1 Lerntypen (nach F. Tlili)
- 4.2 Übersetzende Schülerinnen und Schüler (eine Theorie von M. Grinder)
- 4.3 Für den Werkzeug-Koffer: Augenstellung und VAKOG-Sprachmuster
5. Phase: „Emotionen auf Abruf" – Anker im Unterricht
- 5.1 Es war einmal ein Hund … (Reiz-Reaktions-Mechanismen)
- 5.2 Tatort Klassenraum: Bewusste und unbewusste Anker im Unterricht (Classroom-Management)
- 5.3 Für den Werkzeug-Koffer: Anker für schlechte Tage
6. Phase: Damit so ein Werkzeug-Koffer auch genutzt wird … (Transferphase)
- 6.1 Lerntypen (nach F. Tlili)
- 6.2 Übersetzende Schülerinnen und Schüler (eine Theorie von M. Grinder)
- 6.3 Für den Werkzeug-Koffer: Augenstellung und VAKOG-Sprachmuster
MODUL 2
Beziehungsarbeit und Systemtheorie
„Warum Kevin schlechtere Noten hat als Michael"
- Systemtheorie einmal anders – „Mein rechter, rechter Platz ist frei."
- Begrüßung und kurzes Feedback: Erfahrungen und Anwendung (Modul 1)
1. Phase: Systemtheorie – „Never change a running system!"
- 1.1 Die erste Theorie, die man wirklich „aufstellen" kann – Grundlagen der Systemtheorie
- 1.2 „Kreislaufförmig" denken, nicht linear. Watzlawicks 3. Axiom
- 1.3 Für den Werkzeug-Koffer: „Wir stellen (uns) auf" – Grundlagen der Systemtheorie am Bsp. „Sitzplan"
2. Phase: Beziehungsarbeit – Warum Kleider Leute machen und Kleidern mehr geglaubt wird als Leuten
- 2.1 Gute Lehrende, böse Lehrende. Wie Beziehungen die Glaubwürdigkeit beeinflussen
- 2.2 Beziehungsarbeit in der Sozialen Arbeit – Impulse für die schulische Praxis
- 2.3 Für den Werkzeug-Koffer: Spiegeln
- Warm-Up (2) – Milton Erickson und der Fall „Jesus"
- 2.4 Für den Werkzeug-Koffer: Utilisieren
- 2.5 Für den Werkzeug-Koffer: Zirkuläres Fragen
- 2.6 Für den Werkzeug-Koffer: Organisationsaufstellung
3. Phase: Damit so ein Werkzeug-Koffer auch genutzt wird … (Transferphase)
- 3.1 Schick und nützlich – digitaler Sitzplan mit Word
- 3.2 Fragen über Fragen – Was zum Lernen (Beispiele Zirkuläre Fragen)
- 3.3 Mein System-Schule: Ein persönliches Organigramm
Bezüge
Folgende Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität NRW werden berücksichtigt:- 1.1 Fachliche und überfachliche Kompetenzen
- 2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
- 2.8 Feedback und Beratung
- 3.2 Kultur des Umgangs miteinander
- 3.4 Kommunikation, Kooperation und Vernetzung
Die Module 3 und 4 können auf Wunsch in der zweiten Veranstaltung „Kommunikation ist der Schlüssel! – Teil 2" besucht werden. Eine Kenntnis der Module 1 und 2 ist nicht zwingend notwendig.
Organisatorischer Rahmen
Die Fortbildungsmaßnahme umfasst insgesamt 2 Fortbildungstage.Die Fortbildungsmaßnahme gliedert sich wie folgt:
- 16 Fortbildungsstunden in Präsenz an zwei Tagen
Spezielle Hinweise
Es gibt die Möglichkeit, ein Mittagessen zu bestellen.Reisekosten
Die Reisekosten der Teilnehmenden werden aus dem Fortbildungsbudget der Schulen erstattet.
Allgemeine Hinweise
Sofern mehr Anmeldungen vorliegen, als Plätze vorhanden sind, erfolgt die Auswahl der Teilnehmenden nach einem mit den Personalräten vereinbarten Auswahlverfahren. Personen mit Schwerbehinderung werden bei der Anmeldung bevorzugt berücksichtigt. In der Regel sind unsere Veranstaltungen barrierefrei. Bitte geben Sie dennoch bei der Anmeldung Ihren spezifischen Unterstützungsbedarf an, damit Ihre Teilhabe bestmöglich gesichert werden kann.- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Die Veranstaltung richtet sich an alle Lehrkräfte am Berufskolleg, die im Umgang mit Unterrichtsstörungen neue präventive und interventive Impulse suchen und ihr Handlungsrepertoire erweitern möchten.
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