Kommunikation ist der Schlüssel! Präventive und intervenierende Maßnahmen zur Vorbeugung und Begegnung von Unterrichtsstörungen
Inhalt
Ziele
Die Teilnehmenden sind nach Abschluss dieser Fortbildung sensibilisiert für kommunikative Störungen im Schulalltag und erlernen Kenntnisse und Methoden, diesen präventiv oder interventiv entgegenzutreten. Durch die Fortbildung entwickeln die Teilnehmenden ein Handlungsrepertoire im Umgang mit Unterrichtsstörungen, indem sowohl inhaltlich als auch methodisch neue Impulse gesetzt werden, Störungen auf kommunikative Art entgegenzutreten. Dazu haben die Teilnehmenden in den Phasen zwischen den Präsenzveranstaltungen Zeit, die theoretischen Inhalte in ihrer Schule zu erproben und ihre Erfahrungen in der nächsten Sitzung auszutauschen. Die Veranstaltung ist zunächst in zwei aufeinander aufbauenden ganztägigen Präsenzmodulen angelegt. Weitere Module werden auf Wunsch folgen.
Die einzelnen Module orientieren sich an den fünf Axiomen zur zwischenmenschlichen Kommunikation von P. Watzlawick und leiten aus diesen Konsequenzen und nützliche Ratschläge für die schulische Praxis ab. Neben der Theorie werden v.a. Methoden aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP), der Systemtheorie sowie der Transaktionsanalyse (TA) herangezogen sowie dem Facial Action Code System [FACS] nach P. Ekman, die als “Tools" direkt im Unterricht eingesetzt werden können.
Inhalt
Die einzelnen Module beinhalten folgende Schwerpunktthemen:Modul 1: Körpersprache “Warum unsere Gesten mehr als tausend Worte sagen”
- Erster Eindruck – Ein Experiment und andere Fehler
- Begrüßung und Vorstellung der Referenten
1. Phase: „Da haben wir uns wohl verschätzt“ – Psychologische Beurteilungsfehler
- 1.1 Von Heiligen Scheinen und Albino Ratten (Halo-Effekt, Rosenthal-Effekt, usw.)
- 1.2 Beurteilungsfehler in der Schule
2.Phase: Unterrichtsstörungen. „Hurra, ach ne … doch nicht!“
- 2.1 “Das kleine ABC des Nervens” – Formen von Unterrichtsstörungen
- 2.2 Gewalt an deutschen Schulen
3. Phase: „Ich sehe das, was du nicht siehst!“ – Bedeutung der non verbalen Kommunikation
- 3.1: Modalitäten der zwischenmenschlichen Kommunikation
- 3.2: „Wie stehe ich denn (vor meiner Klasse) da?“ – Eine gute Frage!
- 3.3: Paul Ekman und die sieben Basisemotionen
- 3.4: Für den Werkzeug-Koffer: Kalibrieren, FACS
4. Phase: „Auch Lernen soll divers sein“ – Lerntypen
- 4.1 Lerntypen (nach F. Tlili)
- 4.2 Übersetzende Schülerinnen und Schüler (eine Theorie von M. Grinder)
- 4.3 Für den Werkzeug-Koffer: Augenstellung und VAKOG-Sprachmuster
5. Phase: „Emotionen auf Abruf“ – Anker im Unterricht
- 5.1: Es war einmal ein Hund … (Reiz-Reaktions-Mechanismen)
- 5.2: Tatort Klassenraum: Bewusste & unbewusste Anker im Unterricht (Classroom-Management)
- 5.3: Für den Werkzeug-Koffer: Anker für schlechte Tage
6. Phase: Damit so ein Werkzeug-Koffer auch genutzt wird … (Transferphase)
- 6.1 Lerntypen (nach F. Tlili)
- 6.2 Übersetzende Schüler*innen (eine Theorie von M. Grinder)
- 6.3 Für den Werkzeug-Koffer: Augenstellung und VAKOG-Sprachmuster
Modul 2: Beziehungsarbeit und Systemtheorie
“Warum Kevin schlechtere Noten hat als Michael”
- - Systemtheorie einmal anders – „Mein rechter, rechter Platz ist frei.“
- - Begrüßung und kurzes Feedback: Erfahrungen/Anwendung (Modul 1)
1. Phase: Systemtheorie - "Never change a running system!"
- 1.1 Die erste Theorie, die man wirklich "aufstellen" kann - Grundlagen der Systemtheorie
- 1.2 Bitte denken Sie "kreislaufförmig", nicht linear. Watzlawicks 3. Axiom
- 1.3 Für den Werkzeug-Koffer: „Wir stellen (uns) auf“ – Grundlagen der Systemtheorie am Bsp. „Sitzplan“
2. Phase: Beziehungsarbeit - Warum Kleider Leute machen und wir Kleidern mehr glauben als Leuten
- 2.1 Gute Lehrende, böse Lehrende. Wir unsere Beziehungen unsere Glaubwürdigkeit beeinflussen
- 2.2 Wenn du nicht weiterweißt, frag Sozialarbeiter*innen! – Beziehungsarbeit in der Sozialen Arbeit
- 2.3 Für den Werkzeug-Koffer: Spiegeln
- Warm-Up (2) - Milton Erickson und der Fall "Jesus"
- 2.4 Für den Werkzeug-Koffer: Utilisieren
- 2.5 Für den Werkzeug-Koffer: Zirkuläres Fragen
- 2.6 Für den Werkzeug-Koffer: Organisationsaufstellung
3. Phase: Damit so ein Werkzeug-Koffer auch genutzt wird … [Transferphase]
- 3.1 Schick und nützlich – digitaler Sitzplan mit Word
- 3.2 Fragen über Fragen – Was zum Lernen (Beispiele Zirkuläre Fragen)
- 3.3 Mein System-Schule: Ein persönliches Organigramm
Bezüge
Folgende Bezüge zum Referenzrahmen Schulqualität werden berücksichtigt:- 1.1 Fachliche und überfachliche Kompetenzen
- 2.4 Schülerorientierung und Umgang mit Heterogenität
- 2.8 Feedback und Beratung
- 3.2 Kultur des Umgangs miteinander
- 3.4 Kommunikation, Kooperation und Vernetzung
Die Module 3 und 4 können Sie auf Wunsch in der zweiten Veranstaltung „Kommunikation ist der Schlüssel! – Teil 2“ besuchen. Eine Kenntnis der Module 1 und 2 ist nicht zwingend notwendig.
Organisatorischer Rahmen
Die Fortbildungsmaßnahme umfasst insgesamt 16 Fortbildungsstunden.Die Fortbildung gliedert sich wie folgt:
- 8 Fortbildungsstunden in Präsenz an zwei Tagen
Spezielle Hinweise
Es gibt die Möglichkeit, ein Mittagessen zu bestellen.Die Reisekosten der Teilnehmenden werden aus dem Fortbildungsbudget der Schule erstattet.
Sofern mehr Anmeldungen vorliegen als Plätze vorhanden sind, erfolgt die Teilnehmendenauswahl nach einem mit den Personalräten vereinbarten Auswahlverfahren. Personen mit Schwerbehinderung werden bei der Anmeldung bevorzugt berücksichtigt. In der Regel sind unsere Veranstaltungen barrierefrei. Bitte geben Sie dennoch bei der Anmeldung Ihren spezifischen Unterstützungsbedarf an, damit Ihre Teilhabe bestmöglich gesichert werden kann.
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Die Veranstaltung richtet sich an alle Lehrkräfte am Berufskolleg, die im Umgang mit Unterrichtsstörungen neue präventive und interventive Impulse suchen und ihr Handlungsrepertoire erweitern möchten.
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