Winterzeit ist Theaterzeit – Mit Lesetheater Lesekompetenzen fördern und eine Aufführung gestalten
Inhalt
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Zu einer lebendigen, die Kinder vielfältig fördernden Schule gehört das Theaterspielen. Es schult den körperlichen und mündlichen Ausdruck, trägt zur Selbstsicherheit bei und fördert soziales Verhalten sowie Empathiefähigkeit. Es regt die Vorstellungskraft an und kann den Zugang zu Literatur öffnen und vertiefen. Obwohl das szenische Spiel so viel Potential bietet und in den Lehrplänen der Fächer Deutsch (z.B. Bereich: Sprechen und Zuhören), Kunst (z.B. Bereich: Agieren und Inszenieren) und Religion schon lange fest verankert ist, fehlt es Grundschullehrkräften oft an Zeit, Ressourcen und Methoden, dies umzusetzen.Mit dem Lesetheater bietet sich eine gute Möglichkeit, um mit einer ganzen Schulklasse szenisches Spiel umzusetzen, gleichzeitig die Lesekompetenzen zu fördern und eine Aufführung vorzubereiten.
Das Lesetheater fördert als eines der Lautleseverfahren vielfältige Dimensionen der Lesekompetenz, wie z.B. Leseflüssigkeit, Lesestrategien, Leseverstehen und Prosodie, Automatisierung der Worterkennung und Förderung eines positiven Leseselbstkonzeptes. Grundlage sind literarische Texte, meist Bilderbücher, die zur Erweiterung der Bildungssprache beitragen und das Lesen motivieren. So können Kinder aller Leseniveaustufen gefördert werden.
Durch die Kombination von Lesen und szenischem Spiel werden zudem vielfältige Ausdrucksmittel, wie Pantomime, chorische Elemente, Stimme, Tempo, usw. erfahren und umgesetzt. Die Fortbildung gibt einen Überblick über verschiedene geeignete Texte und vermittelt theaterpädagogische Spiele und Übungen zum Einsatz in der ganzen Klasse, die sich auch allgemein zur Auflockerung und für Bewegungspausen eignen.
Durch das Untersuchen und Üben der Texte hin zu einem gut gestalteten Vortrag, entsteht eine motivierende und effektive Trainingssituation. Auch das Theaterspielen hat für die meisten Kinder einen hohen Aufforderungscharakter und bietet vielfältige Lernmöglichkeiten. So kann die Diversität der Lerngruppe gut aufgegriffen werden.
In der Fortbildung können die Lernchancen sowie theaterpädagogische Grundlagen bis hin zur Aufführung selbst entdeckt und erprobt werden, um sie so authentisch an die Kinder vermitteln zu können.
Ziel des Fortbildungsangebotes ist die Erweiterung der Handlungskompetenzen der Lehrkräfte zur standard- und kompetenzorientierten Unterrichtsentwicklung, unter Berücksichtigung von Querschnittsaufgaben wie z. B. Digitalität im Unterricht, geschlechtersensibler Bildung, sprachsensiblem Unterricht, Gemeinsamem Lernen, Bildung nachhaltiger Entwicklung, usw.
Die angebotene schulexterne Fortbildung soll Lehrkräfte und wo zugelassen schulnahes Personal der verschiedenen Schulformen bei dieser Aufgabe unterstützen, um so das professionelle Handeln der Lehrerinnen /Lehrer im Unterricht weiter zu entwickeln.
Die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung des Unterstützungsangebotes erfolgen auf der Basis der für die Schulform und Fächer ausgewiesenen Standards in NRW.
Das Fortbildungsangebot berücksichtigt die in den Lerngruppen gegebene Vielfalt in ihrer Mehrdimensionalität von genderspezifischen, kulturellen und sprachlichen Aspekten bis hin zu Diversitätsmerkmalen wie u.a. behinderungsspezifischen Bedürfnissen (Umsetzung des Artikel 24 der VN-Behindertenrechtskonvention).
Bezug zum Lehrplan Deutsch Primarstufe NRW
Im Rahmen der Fortbildung finden u.a. diese Kompetenzen Berücksichtigung:- 1. Bereich „Sprechen und Zuhören“:
- Zu anderen sprechen: adressatenbezogen und verständlich sprechen, gestaltend vortragen
- Szenisch spielen: Rollen gestalten, Texte in Szene setzen
- Verstehend zuhören: Gesprächsbeiträge aufnehmen und darauf reagieren
- Gespräche führen: Gesprächsregeln einhalten, kooperativ kommunizieren - 2. Bereich „Lesen – mit Texten und Medien umgehen“
-Leseflüssigkeit und Automatisierung durch wiederholtes, gestaltendes Lautlesen
-Prosodisches Lesen als Teil kompetenten Vorlesens
-Textverstehen durch intensive Auseinandersetzung mit Figuren, Handlung und Dialogen
-Präsentation literarischer Texte im Rahmen einer Aufführung - 3. Übergreifende Ziele des Faches Deutsch
Der Kernlehrplan betont, dass der Deutschunterricht zur Entwicklung von
- Sprachbewusstsein
- Ausdrucksfähigkeit
- sozialer Handlungsfähigkeit
- Selbstvertrauen im sprachlichen Handeln
beiträgt.
Das Konzept des Lesetheaters unterstützt diese Zielsetzungen, indem es
- mündlichen Ausdruck und Körpersprache schult,
-Empathie und Perspektivübernahme im Rollenspiel fördert,
-kooperatives Arbeiten in heterogenen Lerngruppen ermöglicht,
-positive Leseerfahrungen und damit ein förderliches Leseselbstkonzept begünstigt. - 4. Bezug zur Leistungsanforderung „Gestaltendes Vorlesen“
Der Kernlehrplan sieht ausdrücklich vor, dass Schülerinnen und Schüler Texte gestaltend vorlesen und literarische Texte präsentieren. Das wiederholte, vorbereitende Lautlesen im Lesetheater entspricht diesen Anforderungen in besonderer Weise, da es auf eine adressatenbezogene Aufführungssituation hinführt.
Bezug zum Referenzrahmen Schulqualität NRW
Die Fortbildung unterstützt zentrale Qualitätsbereiche des Referenzrahmens Schulqualität NRW:- In der Dimension „Lehren und Lernen“ stärkt sie durch das Lesetheater gezielt die Lesekompetenz, Sprachbildung und individuelle Förderung in heterogenen Lerngruppen.
- In der Dimension „Schulkultur“ fördert sie kooperatives Lernen, Empathie und Selbstwirksamkeit durch gemeinsames szenisches Spiel und Aufführung.
- Zudem trägt sie zur Professionalisierung von Lehrkräften bei, indem praxisnahe Methoden zur Verbindung von literarischem Lernen und Theaterpädagogik vermittelt werden.
Damit leistet die Fortbildung einen konkreten Beitrag zur lernwirksamen Unterrichts- und Schulentwicklung.
Hinweise zu den Rahmenbedingungen
- Die Teilnahme ist kostenfrei und wird bei mehrteiligen Fortbildungen an allen Terminen vorausgesetzt. Eventuell anfallende Reisekosten sind über den Fortbildungsetat der entsendenden Schule abzurechnen.
- Bei halbtägigen Veranstaltungen werden die Schulleitungen gebeten, in der Stundenplanung eine angemessene Mittagspause für die Teilnehmenden zu berücksichtigen.
- Veranstaltungen, die als Onlineformat angeboten werden, werden über das Programm Zoom unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen durchgeführt. Gegebenenfalls wird Ihnen auch ein temporärer Zugriff auf das Lernmanagementsystem (Logineo LMS) eingerichtet. Die Zugänge werden Ihnen in der Regel wenige Tage vor der Veranstaltung per Mail zugesandt.
- Anmeldungen von schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten behinderten Menschen im Sinne des § 2 (3) SGB IX werden, gemäß § 164 (4) SGB IX und Punkt 13 der Richtlinie zur Durchführung der Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (SGB IX) im öffentlichen Dienst im Lande Nordrhein-Westfalen, bevorzugt berücksichtigt. Um Rücksprache bezüglich der Barrierefreiheit wird gebeten.
- Bei einer Überschreitung der maximalen Teilnehmendenzahl kann eine Auswahl der Teilnehmenden notwendig werden. Dazu halten wir Rücksprache mit den beteiligten Personalräten. Bei Mehrfachanmeldungen von einer Schule ist eine Priorisierung durch die Schulleitung anzugeben. Ohne Priorisierung kann bei Überschreiten der maximalen Anmeldezahl niemand von dieser Schule teilnehmen.
- Zu- und Absagen erfolgen nach Meldeschluss.
Bei Interesse an diesem Fortbildungsangebot als schulinterne Veranstaltung nehmen Sie bitte mit dem RTF Süd-Ost Kontakt auf.
Ansprechpartnerin im RTF:
Fachberaterin Kordula PotthastTel: 05231-714662
Mail: kordula.potthast@brdt.nrw.de
- Fächer
-
Deutsch
- Zielgruppe und Voraussetzungen
- Lehrkräfte aller Schulformen der Primarstufe, die das Fach Deutsch und/oder Kunst unterrichten.
Fachberatung Fortbildung
Sachbearbeitung